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Die USA forcieren ihre KI-Vorherrschaft unter dem Motto «Winning the AI Race». Der globale Wettlauf um technologische KI-Führerschaft bleibt auch für Schweizer Unternehmen nicht ohne Folgen. Die Frage lautet: Wie gut schützen Unternehmen, was ihre Zukunft ausmacht?
Im Juli 2025 legte die US-Regierung ihre KI-Strategie vor. Ein Dokument, das mehr ist als nur wirtschaftspolitisches Programm: Es ist der Entwurf für ein neues globales Machtgefüge. „Winning the AI Race“ bedeutet auf den Punkt gebracht: Deregulieren, investieren, dominieren. Innovation wird nicht mehr als unternehmerisches Ziel begriffen, sondern als geopolitisches Instrument. Staatlich koordinierte Rechenzentren, Exportoffensiven, nationale KI-Systeme; all das soll die USA an die technologische Spitze bringen. Doch nicht nur staatliche Institutionen und Unternehmen investieren in das KI-Wachstum: Auch Cyberkriminelle reichern ihr Geschäftsmodell mit KI an. Nur ohne Regeln und mit voller Angriffsverlust.
Was bedeutet diese Entwicklung für Unternehmen, die sich diesem Tempo und dieser Logik nicht entziehen können, aber unter ganz anderen Rahmenbedingungen agieren müssen?
Für jedes Unternehmen eröffnet KI enorme Effizienzgewinne. Aber gerade die neuen Risiken müssen bedacht werden. KI generiert Sprache, automatisiert Prozesse, trifft Entscheidungen, agiert tief in sensiblen Zonen: im Kundendialog, in proprietären Datensätzen, in sicherheitskritischen Netzwerken. Je stärker KI in Geschäftsmodelle eingebunden wird, desto angreifbarer werden Strukturen, die bislang als sicher galten. Das heisst: In einer Welt, in der Deepfakes, adaptive Schadsoftware und synthetische Identitäten zum Standardrepertoire von Angreifern gehören, reichen klassische Schutzmechanismen längst nicht mehr.
Ungeachtet dessen zeigt sich: Security bleibt in vielen Digitalstrategien ein nachgelagerter Gedanke – häufig auf Compliance reduziert. Und es wird versucht, sie mit komplexen Vertragswerken oder Cyberversicherungen zu beherrschen. Doch wer seine Daten, seine Modelle und sein Know-how nicht schützt, riskiert im KI-Zeitalter nicht nur seine Reputation, die eigene Wettbewerbsfähigkeit steht auf dem Spiel. Verträge und Versicherungen helfen dann wenig.
Wer bei KI auf Security verzichtet, verliert am Ende mehr als Zeit, er verliert alles.
In den nächsten zehn Jahren wird künstliche Superintelligenz für jeden verfügbar sein. Sie wird den Menschen in vielen Bereichen übertreffen und die gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Ordnung grundlegend verändern. Die USA setzen auf Geschwindigkeit und Kapital, Europa auf Regulierung und Grundrechte. Die Schweiz steht dazwischen – mit grossem Know-how, aber kleinem Markt. Das Risiko: Zwischen diesen Strömungen aufgerieben zu werden. Das Potenzial: Swissness und Neutralität als Standortvorteil zu nutzen. Die Voraussetzung ist, KI-Innovation durch den Aufbau superintelligenter Sicherheitsarchitekturen voranzutreiben, die international als verlässlich gelten.
Dafür braucht es technische Lösungen: etwa DLP-Systeme, die sensible Daten blockieren, bevor sie abfliessen; starke Verschlüsselung auf allen Ebenen; oder eigene KI-Modelle, die unter Kontrolle bleiben. Aber es braucht auch Prinzipien, Prozesse und Kultur. Es muss klar sein: Security ist schon heute der entscheidende Faktor in jeder KI-Strategie und jeder Unternehmensstrategie. Denn die Zukunft gehört nicht den Schnellsten, sondern denen, die Security von Anfang an mitdenken – und konsequent umsetzen.
Hinweis: Beitrag ist im September 2025 in der Netzwoche erschienen.
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