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music in the brain

Es ist wieder soweit. Wie immer zu dieser Jahreszeit. Und ich meine nicht die allgegenwärtigen «Jingle Bells»-Melodien, die «Rudolf das Rentier»-Pullover und überhaupt die Hinweise, was alles ein tolles Geschenk hergeben würde.

Es ist die Zeit, zu der uns der Musik-Streaming-Dienst Spotify unseren ganz persönlichen Jahresrückblick präsentiert. Auf die Minute genau aufgezeichnet, in Kategorien aufgeteilt, mit Ranglisten der persönlichen Favoriten. Er hält uns einen Spiegel vor, nach dem Prinzip: sage mir, welche Musik du hörst, und ich sage dir, wer du bist.

Wir staunen gar nicht mehr, wie genau dieses Spiegelbild ist, wir erkennen uns darin, geben mit unseren astronomischen – oder minimalistischen – Hörminuten an und freuen uns, dass endlich jemand anerkennt, was für einen ausgefallenen Musikgeschmack wir haben.

Wenn sich der erste Enthusiasmus dann gelegt hat, fällt uns vielleicht ein, womit wir den Luxus erkaufen, zu jeder Zeit ein bestimmtes Lied zu hören, einen Interpreten nachzuschlagen, oder uns Playlists für eine Party oder einen Roadtrip zusammenzustellen, ohne die einzelnen CDs/Platten etc. physisch zu besitzen.

«Ist doch egal, wenn Spotify Daten über mich sammelt, ist ja nichts Geheimes», könnten die einen denken. Ja, vielleicht ist es einfach der Preis, den wir hinnehmen müssen. Oder aber…

Für Vorsätze ist es eigentlich noch zu früh, aber ich habe bereits einen gefasst: von heute an höre ich keinen Song zweimal und mache täglich Ausflüge in Genres wie Zwölftonmusik, Raï, Blasmusik und K-Pop. Dann wollen wir doch sehen, ob mich die KI immer noch so durchschaut wie bisher!

 

PS: Es könnte eventuell sein, dass Musik hören dann nicht mehr so viel Spass macht.